Häufig gestellte
Fragen

In diesem Abschnitt finden Sie allgemeine Informationen zu medizinischen Zusammenhängen und Behandlungsmöglichkeiten. Es handelt sich hierbei jedoch nicht um ärztliche Empfehlungen. Bitte wenden Sie sich an Ihren Arzt, um eine medizinische Beratung zu erhalten.

Die obstruktive Schlafapnoe

Um die korrekte Diagnose zu stellen, muss Ihr Arzt Ihre Krankheitsanzeichen und Symptome feststellen sowie eine Untersuchung und die jeweiligen Tests durchführen. Gegebenenfalls werden Sie von Ihrem Arzt an einen Schlafspezialisten im Schlaflabor überwiesen, damit eine gründliche Diagnostik durchgeführt werden kann.

Sie werden körperlich untersucht, darunter auch der hintere Kehlbereich, der Mundraum und die Nase, um gegebenenfalls überschüssiges Gewebe oder Fehlbildungen zu erkennen. Möglicherweise sind weitere Tests erforderlich. Unter Umständen überweist Sie Ihr Arzt auch an einen Hals-Nasen-Ohren-Spezialisten, um anatomisch bedingte Blockaden in Ihrer Nase oder Ihrem Hals auszuschließen. Gegebenenfalls führt ein Schlafmediziner weitere Untersuchungen durch, um die abschließende Diagnose zu stellen, den Schweregrad der Erkrankung zu bestimmen und die Behandlung zu planen. Hierzu gehört möglicherweise auch die Überwachung Ihrer Atmung und anderer Körperfunktionen, während Sie schlafen.

Tests

Es gibt zwei Tests, die eine obstruktive Schlafapnoe erkennen können:

  • Polysomnographie: Dies ist ein Schlaftest, bei dem Sie an ein Gerät angeschlossen sind. Dieses überwacht die Aktivität Ihres Herzens, Ihrer Lunge und Ihres Gehirns, ebenso wie Ihr Atmungsmuster, die Bewegungen der Gliedmaßen und die Blutsauerstoffsättigung während des Schlafs.
  • Schlafapnoe-Tests in der häuslichen Umgebung: Unter bestimmten Voraussetzungen kann Ihnen der Arzt auch eine Heimversion der Schlaftestausrüstung mit nach Hause geben, um eine obstruktive Schlafapnoe zu diagnostizieren.

Die BLAST-OSA(1)-Studie wurde im Jahr 2019 abgeschlossen und führte dazu, dass das Genio®-System die CE-Zulassung erhielt. Im Rahmen der BLAST-OSA-Studie wurden die Sicherheit und die Wirksamkeit des Genio®-Systems erfolgreich nachgewiesen. Die Patientenzufriedenheit ist sehr hoch: 82 % der Patienten gaben an, dass sie mit dem Genio®-System sehr zufrieden oder zufrieden sind. 91 % der Patienten gaben an, dass sie das Genio®-System in mehr als fünf Nächten pro Woche verwendeten, und 77 % berichteten, dass sie es länger als fünf Stunden pro Nacht in Betrieb hatten.

Der Prozentsatz der Partner oder Partnerinnen, die sich über lautes und sehr intensives Schnarchen beklagten bzw. deswegen nachts nicht mehr im gemeinsamen Schlafzimmer blieben, ging von 96 auf 35 % zurück.

1. Eastwood PR, Barnes M, MacKay SG, et al. Bilateral Hypoglossal Nerve Stimulation for Treatment of Adult Obstructive Sleep Apnea. Eur Respir J 2019

   

Genio®: Implantat und Anwendung

Ehe das Genio®-System nach dem operativen Eingriff aktiviert werden kann, müssen einige Bedingungen erfüllt sein. Zunächst muss sich Ihr Körper regenerieren, und die Operationsnarbe muss verheilen. Nach sechs bis acht Wochen ist der Heilungsprozess abgeschlossen, und Sie erhalten eine persönliche Anleitung, damit Sie den Umgang mit dem Genio®-System erlernen und dieses aktivieren können.

Während der persönlichen Schulungseinheiten machen Sie sich auch erstmals mit dem Gefühl vertraut, das durch die Stimulation Ihrer Zungennerven entsteht. Es kann ein wenig dauern, bis man sich an diese Empfindung und die besondere Zungenbewegung gewöhnt hat. Dieses neue Gefühl und seine Intensität sind bei jedem ein wenig anders.

Im Rahmen dieser persönlichen Schulungseinheiten müssen mindestens zwei Schlaflabor-Studien durchgeführt werden, um das Genio®-System individuell  anzupassen und korrekt einzustellen. Anschließend kann es losgehen: Sie dürfen Ihren Genio®-Aktivierungs-Chip erstmals verwenden. Gegebenenfalls legt Ihr Arzt weitere Schlaftests fest, damit die Therapieeinstellungen Ihres Genio®-Systems bei Bedarf überwacht und optimiert werden können.

   

Damit der Aktivierungs-Chip und das Implantat korrekt funktionieren, muss das Pflaster richtig sitzen. Es muss fest im Bereich unterhalb des Kinns sitzen. Die Klebefläche kann ein Verrutschen besser verhindern, wenn das Kinn frei von Barthaaren ist.

   

Das Einwegbefestigungspflaster und der Aktivierungs-Chip sollen als eine Einheit zusammenarbeiten. Der Chip rastet auf dem Pflaster ein, damit er sich während der Nacht nicht lösen kann.

   

Indikationen und Marktverfügbarkeit

Das Genio®-System wird als Zweitlinien-Therapie zur Behandlung einer mittelschweren bis schweren obstruktiven Schlafapnoe bei Erwachsenen eingesetzt. Das Genio®-System kann helfen, wenn ein erwachsener Patient eine Therapie mit positivem Atemwegsdruck (Positive Airway Pressure, PAP) nicht vertragen oder verweigert hat bzw. wenn diese Therapie nicht anschlägt. Weitere Voraussetzungen:

  • Ein Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) von mindestens 15 und höchstens 65
  • Ein Body-Mass-Index (BMI) von weniger als 35 kg/m2

Genio® hat im März 2019 die CE-Kennzeichnung erhalten und ist damit für die Verwendung in Europa zugelassen. In den USA ist Genio® aktuell nicht im Handel erhältlich.

   

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